Für viele Familien in Salzburg sind Kindergartenbusse ein wichtiger Teil des Alltags. Gerade in ländlichen Gemeinden sorgen sie dafür, dass Kinder verlässlich und sicher in den Kindergarten kommen. Als die Landesregierung die Förderung streichen wollte, stellte das Gemeinden und Eltern vor schwierige Fragen: Wer übernimmt künftig die Kosten? Müssen Familien mehr bezahlen? Und wie lässt sich der Transport langfristig organisieren?
Nun soll die Finanzierung für die Jahre 2027 und 2028 doch wieder gesichert werden. Landeshauptfrau Karoline Edtstadler hat eine entsprechende Kostenübernahme angekündigt. Laut SPÖ soll die Förderung sogar doppelt so hoch ausfallen wie bisher.
SPÖ-Landesparteivorsitzender Peter Eder begrüßt, dass die Kindergartenbusse weiterhin unterstützt werden sollen. Gleichzeitig kritisiert er, wie es zu dieser Entscheidung gekommen ist.
Ursprünglich hatte die zuständige Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek die Streichung der Förderung vorgesehen. Dagegen regte sich Widerstand von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie betroffenen Familien. Nun greift laut Eder die Landeshauptfrau ein und stellt die Finanzierung wieder her.
„Wir freuen uns selbstverständlich über diese Kehrtwende, nur hätte man sich dieses Theater ersparen können“, so Eder.
Für den SPÖ-Landesparteivorsitzenden geht es dabei um eine grundsätzliche Frage: Wie verlässlich können Gemeinden und Familien mit Entscheidungen der Landesregierung planen?
Gemeinden brauchen Planungssicherheit
Kindergartenbusse lassen sich nicht von heute auf morgen organisieren. Gemeinden müssen Verträge abschließen, Budgets erstellen und den Transport für die kommenden Kindergartenjahre sicherstellen. Unklare Förderzusagen erschweren diese Arbeit.
Eder sieht in der Entwicklung rund um die Kindergartenbusse Parallelen zur Diskussion über den Pflegebonus. Aus seiner Sicht werden zunächst Unterstützungsleistungen infrage gestellt, bevor die Landesregierung nach öffentlichem Widerstand wieder einlenkt.
Besonders kritisch beurteilt er die Zusammenarbeit innerhalb der ÖVP-FPÖ-Landesregierung. Dass Edtstadler offenbar am zuständigen Ressort vorbei eine Finanzierungslösung präsentiert, wirft für ihn Fragen zur Abstimmung innerhalb der Koalition auf.
Die Salzburger SPÖ fordert deshalb nachvollziehbare Entscheidungen und eine Finanzierung, auf die sich Gemeinden rechtzeitig verlassen können.
Bettina Brandauer: Warnungen im Landtag blieben ungehört
Auch SPÖ-Bildungssprecherin Bettina Brandauer kritisiert den Ablauf. Sie erinnert daran, dass die Sozialdemokratie bereits seit Monaten im Salzburger Landtag auf die möglichen Folgen der Förderstreichung aufmerksam gemacht hatte.
„Wir haben im Landtag monatelang mit sachlichen Argumenten und Anträgen vor den fatalen Folgen dieser Streichung gewarnt, wurden von der Landesregierung aber ignoriert“, erklärt Brandauer.
Dass die Finanzierung nun doch möglich sein soll, wirft aus ihrer Sicht die Frage auf, warum entsprechende parlamentarische Initiativen zuvor keine Unterstützung fanden.
Brandauer kritisiert insbesondere, dass die Sorgen der Familien und Gemeinden erst nach anhaltendem öffentlichem Druck aufgegriffen worden seien.
Kindergartenbusse dürfen nicht zum politischen Streitfall werden
Mit der angekündigten Finanzierung für 2027 und 2028 gibt es für betroffene Gemeinden und Familien eine neue Perspektive. Offen bleibt aus Sicht der SPÖ allerdings, wie die Förderung langfristig geregelt werden soll.
Für Peter Eder und Bettina Brandauer steht fest: Die Organisation des Kindergartenverkehrs braucht rechtzeitige Entscheidungen und eine verlässliche Finanzierung. Gemeinden müssen planen können, ohne kurzfristig neue Kosten übernehmen zu müssen. Und Familien brauchen die Sicherheit, dass der Weg ihrer Kinder in den Kindergarten auch künftig gewährleistet ist.