27. Juli 2010
"Der Seilbahner-Nachwuchs bekommt nun unter optimalen Rahmenbedingungen eine fundierte, zeitgemäße Ausbildung und damit die besten Chancen für die 'Karriere am Berg'. Die österreichische Seilbahnwirtschaft profitiert von bestens ausgebildeten Fachkräften, ein Umstand, der die führende Stellung Österreichs in diesem Bereich dauerhaft stärken wird. Der Standort Hallein wird als Kompetenzzentrum für die Seilbahnerausbildung gefestigt und der Bildungsstandort Salzburg damit einmal mehr aufgewertet", betonte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller. Anlass war die Schlüsselübergabe für das ehemalige Johnson&Johnson-Gebäude, das nun für die praktische Seilbahner-Ausbildung genutzt wird, an die Verantwortlichen der Landesberufsschule (LBS) Hallein.
Auf Initiative der Landeshauptfrau konnte heuer im Jänner die Übernahme des Gebäudes durch das Land fixiert werden. Diese seit dem Firmenzusammenbruch leer stehende Werkshalle befindet sich auf einem rund 25.000 Quadratmeter großen Grundstück, das bis zum Jahr 2073 gemietet ist. Finanziert wird die Investition zum einen aus dem laufenden Budget und zum anderen durch das 100-Millionen-Investitionspaket des Landes, aus dem insgesamt fünf Millionen Euro für Salzburgs Berufsschulen reserviert sind. Als Partner für die Ausstattung konnten die führenden Seilbahnhersteller und Zulieferer für Seilbahnen, Beschneiung und Pistenpflege gewonnen werden.
Beinahe zwei Jahrzehnte dauerten die Bemühungen, bis der Lehrberuf Seilbahnfachmann/Seilbahnfachfrau im Jahr 2008 endlich gesetzlich verankert werden konnte.
Lehrlinge aus ganz Österreich werden ausgebildet
Seit Herbst 2008 können die Seilbahnerinnen und Seilbahner von morgen an der LBS Hallein ihre dreijährige Ausbildung absolvieren, die mit einem modernen Berufsbild große Aufstiegschancen im heimischen Seilbahnsektor verspricht. Im Schuljahr 2008/09 startete die 1. Berufsschulklasse mit 30 Lehrlingen, und im Laufe des Lehrgangs erhöhte sich diese Zahl noch um zehn "Quereinsteiger". Im Schuljahr 2009/2010 kamen zusätzlich 33 Lehrlinge dazu. Derzeit läuft ein Schulversuch mit einer dreijährigen Lehrzeit, der evaluiert wird. An der LBS Hallein werden Lehrlinge aus ganz Österreich ausgebildet. Geplant ist, dass künftig hier auch Lehrlinge aus Südtirol und eventuell auch aus dem EuRegio-Raum ihre Ausbildung erhalten.
Triebfeder für den Wintertourismus
Am neuen Standort werden nun Seilbahnanlagen für Versuche und Simulationen auf höchstem technischem Niveau errichtet. Die Auszubildenden können dabei praxisnah die Grundlagen sowie die neuesten Innovationen erproben und erlernen. Nach ihrer Ausbildung zum/zur Seilbahnfachmann/frau sind sie in der Lage, die komplexen und vielfältigen Aufgaben des gesamten Seilbahnbetriebes zu meistern. Dies verlangt fundiertes Wissen und Können, sowohl in technischen als auch in organisatorischen Bereichen, und stellt durch den Umgang mit Gästen zusätzlich hohe Anforderungen an die Persönlichkeit der Lehrlinge.
Heute sind die österreichischen Seilbahnen mit rund 3.000 Anlagen die Triebfeder für den gesamten Wintertourismus. Die rund 14.000 Arbeitsplätze in den alpinen Regionen sind für die heimische Wirtschaft von großer Bedeutung.