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Bindeglied zwischen Schule und Job

"Checkpoint Zukunft" begleitet junge Tennengauer auf dem Weg in die berufliche Integration.

Bindeglied zwischen Schule und Job

12. Februar 2010

Der Tennengau gehört zu jenen Bezirken des Landes, die unter den Folgen etlicher Betriebsschließungen leiden. Gleichzeitig weist die Bevölkerung einen hohen Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund auf. "Die Jugend braucht eine Perspektive, ein Job ist zentral für die gesellschaftliche Integration und Akzeptanz. Das Projekt 'Checkpoint Zukunft' bietet umfassende Beratung und Schulung verbunden mit professionellem Coaching für Jugendliche und junge Erwachsene im Tennengau", erklärte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller bei einem Informationsgespräch in Hallein.

IG: "Checkpoint Zukunft" unterstützt Jugendliche beim Einstieg in die Arbeitswelt.
Klemens Manzl (IBIS ACAM), Helga Gschwandtner (Verein Einstieg), LHF Gabi Burgstaller und Anton
Költringer (AMS) Foto: LPB/Neumayr/MMV.

"Mit 'Checkpoint Zukunft' werden die Jugendlichen in ihren Lebenswelten aufgesucht und abgeholt, um sie in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu integrieren. Das Projekt schafft dieses Bindeglied zwischen Schule und Arbeitseintritt und geht durch Arbeitsassistenz noch einen Schritt weiter", so die für den Arbeitsmarkt und Bildungsfragen ressortzuständige Landeshauptfrau.

In Hallein hatten bereits die Sozialpartner, das Arbeitsmarktservice (AMS) und viele Vereine ein speziell auf die lokale Situation zugeschnittenes engagiertes und umfassendes Projekt entworfen, das Jugendliche wieder stärker in die Gesellschaft einklinken und in den Arbeitsmarkt integrieren soll. Es scheiterte jedoch bislang an der Finanzierung. Landeshauptfrau Burgstaller konnte bei Bundesminister Rudolf Hundstorfer für ein Jugendförderungsprojekt im Arbeitsmarktbereich einen Zuschuss von 500.000 Euro erreichen und damit die Finanzierung ermöglichen. "Das Projekt umfasst alle Jugendlichen, eine Schwerpunktgruppe ist jene mit Migrationshintergrund", so Burgstaller weiter, die sich für eine Realisierung im Tennengau einsetzte. Geschaffen wird damit eine zentrale Anlauf- und Ansprechstelle mit Vorverankerung in den Schulen. "Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist, dass wir im Tennengau auf eine starke Ausgangsbasis aufbauen können. Das Projekt wurde hier im Bezirk ins Leben gerufen und ist daher lokal gut verankert mit einem dichten Netzwerk aus Schulen, Vereinen, dem AMS und weiteren Trägern", so die Landeshauptfrau.

Mit Unterstützung des AMS wurde das Projekt von der Landeshauptfrau beim zweiten Call des Territorialen Beschäftigungsprojekts zu Pilotprojekten für arbeitsmarktferne Personen eingereicht und Anfang Jänner 2010 genehmigt. Die Laufzeit beträgt vorerst zwei Jahre. "Wir erreichen damit auch die so genannten U-Boote, junge Menschen, die zwischen Schule und AMS verlorengehen, in keiner Statistik aufscheinen, aber sehr wohl da sind", sagte Burgstaller.

Lokale Organisationen breit eingebunden

Träger des Projekts sind ibis acam und der Verein Einstieg. Beide Träger haben viele Erfahrungen mit der Schulung von Jugendlichen. Das Projekt wird von einer Steuerungsgruppe der Initiatoren, bestehend aus AMS, AK, Wirtschaftskammer, Bezirksschulinspektorin, der Jugendbeauftragten der Stadt Hallein und der Stadträtin für Interkulturelles Zusammenleben begleitet und evaluiert, um auf aktuelle Probleme umfassend eingehen bzw. auf geänderte Problemlagen reagieren zu können. Der große Vorteil dieses Jugendprojekts liegt in der lokalen Verankerung, der intensiven Zusammenarbeit mit dem AMS, den Pflichtschulen im Tennengau sowie dem breiten Rückhalt durch Vereine und Initiativen, die sich im Tennengau mit jungen Menschen beschäftigen. Dazu gehören die Akzente Jugendinfo Hallein, Streetwork Hallein, Zone 11 Jugendzentrum, der Verein Kristall, die Integrationsbeauftragte der Stadt Hallein und das Forum Familie. Weitere Kontaktstellen sind Jugendtreffs im Tennengau und Pfarren, die Jugendarbeit leisten.

Start der Beratungstätigkeit ist am 15. Februar, jener der Kursmaßnahme Berufsvorbereitung am 15. März. "Checkpoint Zukunft", das im Auftrag des TEP durchgeführt und mit Geldern des AMS, des Landes Salzburg und des Europäischen Sozialfonds finanziert wird, läuft bis Ende 2011. Das Projekt wendet sich an Tennengauer Mädchen und Burschen bis 21 Jahre, an Schüler/innen der 3. und 4. Klassen in Hauptschulen, der Polytechnischen Schulen und der AHS, an Schulabbrecher/innen dieser Schulen, aber auch an Lehrstellensuchende mit abgeschlossener Schulpflicht, Jugendliche ohne Hauptschulabschluss, Lehrabbrecher/innen, Arbeit suchende Jugendliche, Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf sowie Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Einstieg über Berufsinfo und Beratung

Berufsinfo und Beratung fungieren dabei als Erstanlaufstelle des Gesamtprojekts für alle Jugendlichen, Eltern, Schulen und andere Kooperationspartner. Dabei wird das ganze Spektrum der Ausbildungs- und Berufsberatung abgedeckt - von kurzer Informationsweitergabe bis hin zur intensiven Einzelberatung mit Clearingcharakter. Angeboten werden weiters Einzelberatungen mit individueller Perspektiven- und Ausbildungsplanung, Gruppenberatungen zu arbeitsmarktrelevanten Themen, Workshops und Trainings zu Berufsorientierung, Selbstpräsentation, Bewerbung in Kooperation mit Schulen und Institutionen sowie Elternarbeit und Elterninformation.

Die Berufsvorbereitung findet als Gruppenberatung und -training statt und soll Beschäftigung als Verbesserung der persönlichen Lebensrealität begreifbar machen. Durch Schnupperpraktika und Exkursionen sollen Leistungsprofil und Berufswunsch überprüft und konkretisiert werden. Talente werden durch Ausprobieren von Neuem und die Erprobung von handwerklichem Geschick gefördert. Darüber hinaus werden Schlüsselkompetenzen trainiert sowie persönliche, organisatorische und sozialen Kompetenzen durch Förderunterricht vertieft und erweitert. Schließlich werden Jugendliche auf eine Lehrstelle, einen Arbeitsplatz bzw. zu einer weiterführenden Qualifizierung vermittelt.

Der Bereich Jugendassistenz ist für die gesamte Betreuung der Jugendlichen vom Einstieg ins Projekt bis in den Arbeitsmarkt zuständig. Dies findet durch Einzelbetreuung und Gruppencoaching durch einen Bezugscoach statt. Darüber hinaus werden die Jugendlichen am Ausbildungsplatz bzw. Arbeitsplatz mehr als ein halbes Jahr lang begleitet. Die Jugendassistenz ist auch eine Anlaufstelle für Firmen, Jugendliche, Eltern und Schulen.

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